Ich esse gesund – und trotzdem werde ich dicker
Gewichtszunahme trotz gesunder Ernährung ab 40 – wie ich meinen Körper verstanden habe.
Ich will ehrlich mit dir sein: Vor ein paar Jahren stand ich genau an dem Punkt, an dem du vielleicht gerade bist. Ich habe mich bewusst und gesund ernährt, Sport gemacht, mich fit gefühlt – und trotzdem bewegte sich die Waage nur nach oben.
Dieses Gefühl von Frust und Verwirrung kenne ich nur zu gut. „Wie kann das sein?“, habe ich mich gefragt. „Warum werde ich dicker, obwohl ich doch so auf mich achte?“
Die Antwort liegt nicht an dir, sondern an deinem Körper – und vor allem an deinen Hormonen.

Warum wir ab 40 plötzlich anders zunehmen
Mit Anfang 40 fängt unser Hormonhaushalt an, sich zu verändern. Das klingt erstmal unspektakulär, aber diese Umstellung wirkt sich auf viele Bereiche aus – vor allem auf dein Gewicht und dein Wohlbefinden.
- Östrogen sinkt langsam, und das verändert, wie dein Körper Fett speichert. Das überschüssige Fett wandert häufig in Richtung Bauch, was für viele Frauen eine neue Erfahrung ist.
- Cortisol, das Stresshormon, wird oft zum heimlichen Gewichtstreiber. Stress – ob Job, Familie oder einfach der Alltag – sorgt dafür, dass dein Körper Fett speichert, statt es abzubauen.
- Insulin wird sensibler, was bedeutet, dass Zucker und Kohlenhydrate schneller in Fett umgewandelt werden.
Kurz gesagt: Dein Körper arbeitet anders als früher – und das verlangt ein neues Verständnis von Ernährung, Bewegung und Selbstfürsorge.

Meine größten Stolperfallen – und wie du sie umgehen kannst
Ich habe monatelang „gesund gegessen“. Viel Gemüse, kaum Zucker, kein Alkohol, gutes Olivenöl. Und trotzdem… ging die Waage stetig nach oben. Irgendwas stimmte nicht. Ich fühlte mich aufgedunsen, antriebslos und gleichzeitig wie ein Versager. Bis ich erkannte: „gesund essen“ reicht nicht mehr – nicht ab 40.
1. Ich habe zu wenig gegessen – und mein Körper ging auf Sparflamme
Was passiert:
Ab 40 verlangsamt sich der Stoffwechsel – und durch Diäten oder „leichte Kost“ bekommt der Körper oft zu wenig Energie. Er schaltet in den Überlebensmodus und speichert Fettreserven lieber, als sie loszulassen.
Was hilft:
➡️ Iss genug Protein (mind. 1–1,5 g pro kg Körpergewicht) – besonders morgens.
➡️ Achte auf regelmäßige, sättigende Mahlzeiten statt ständiges Snacken.
➡️ Statt weniger essen → besser essen. Qualität vor Kalorien.

2. Ich habe zu viel Cardio gemacht – und kaum Muskeln aufgebaut
Was passiert:
Zu viel Ausdauertraining bei gleichzeitigem Muskelabbau verschärft das Hormonchaos. Weniger Muskelmasse = niedriger Grundumsatz = mehr Gewicht.
Was hilft:
➡️ 2–3x/Woche Krafttraining oder intensives Körpergewichtstraining (z. B. Pilates, Yoga, Hanteltraining, Barre).
➡️ Proteinreiche Ernährung direkt nach dem Training zur Regeneration.
➡️ Keine Angst vor Muskeln – sie sind dein natürlicher Fettverbrenner.
3. Ich habe Hormone ignoriert – und dachte, es sei „nur Stress“
Was passiert:
Die Wechseljahre beginnen schleichend – oft schon ab Mitte 30. Der sinkende Östrogenspiegel kann Wassereinlagerungen, Heißhunger, Schlafprobleme und Gewichtszunahme auslösen, auch wenn du sonst alles „richtig“ machst.
Was hilft:
➡️ Lass deine Hormonwerte checken (z. B. Progesteron, Östrogen, Cortisol, Schilddrüse).
➡️ Iss hormonfreundlich: Viel grünes Gemüse, Omega-3-Fette, kein Alkohol, wenig Zucker.
➡️ Unterstütze deine Leber – sie hilft beim Hormonabbau (z. B. mit Artischocke, Mariendistel, Bitterstoffen).
4. Ich habe meine Bedürfnisse ignoriert – und nur „funktioniert“
Was passiert:
Viele Frauen ab 40 leben zwischen Job, Familie, Care-Arbeit und innerem Leistungsdruck. Sie essen „gesund“, aber nicht achtsam. Kein Genuss, kein Pausenschalter, kein Reset.
Was hilft:
➡️ Plane echte Pausen, am besten ohne Handy.
➡️ Entwickle ein neues Essgefühl: Wärme, Sättigung, Zufriedenheit statt Kalorienkontrolle.
➡️ Baue täglich kleine Rituale ein (z. B. warmes Frühstück, Abendtee, Spaziergang).

Und wie sieht es mit deiner Haut aus?
Vielleicht spürst du es auch: Die Haut verändert sich. Sie wird trockener, wirkt weniger straff und die ersten feinen Linien tauchen auf. Das liegt unter anderem am sinkenden Östrogenspiegel, der die Kollagenproduktion hemmt.
Was mir geholfen hat:
- Tägliche Feuchtigkeitspflege mit Hyaluronsäure – sie speichert Wasser und gibt der Haut mehr Spannkraft. Achte auf ein Produkt mit kurz- und langkettiger Hyaluronsäure – so bekommt deine Haut sowohl oberflächliche als auch tiefere Feuchtigkeit. Und denk daran: Immer auf die leicht feuchte Haut auftragen, damit sie das Wasser besser binden kann.
- Sonnenschutz ist jetzt mein bester Freund, denn UV-Strahlen beschleunigen die Hautalterung.
- Gesunde Fette wie Omega-3 aus Leinöl oder Fisch unterstützen die Haut von innen.
- Und ganz wichtig: Ausreichend trinken, denn Dehydrierung lässt die Haut fahl wirken.
Was kannst du heute tun?
Wenn du gesund isst und trotzdem zunimmst, liegt das nicht an dir – sondern an den veränderten Bedingungen in deinem Körper. Hier sind 5 klare Schritte, die du noch heute umsetzen kannst:
- Frühstück mit Eiweiß: Tausche dein Marmeladenbrot gegen Rührei mit Gemüse oder griechischen Joghurt mit Nüssen. Das senkt den Blutzucker und macht länger satt.
- 1 Mahlzeit analysieren: Schau dir eine typische Mahlzeit von dir ehrlich an. Wo versteckt sich Zucker? Fehlt Eiweiß? Kleine Anpassungen machen den Unterschied.
- 15 Minuten Krafttraining: Kein Fitnessstudio nötig. Kniebeugen, Liegestütz an der Wand, ein paar Hantelübungen – dein Stoffwechsel wird es dir danken.
- 5 Minuten echte Pause: Handy weg, Augen schließen, atmen. Das senkt deinen Cortisolspiegel – und genau der verhindert oft die Fettverbrennung.
- Hautpflege updaten: Deine Haut braucht jetzt mehr Lipide und Schutz. Investiere in eine Creme mit Ceramiden oder natürlichen Ölen – und trage täglich Sonnenschutz auf.
Du musst nicht alles perfekt machen. Aber du kannst heute bewusst anfangen, anders für dich zu sorgen – im Wissen: Es liegt nicht an deinem Willen, sondern an veränderten Spielregeln. Und die darfst du jetzt kennen.
Zum Schluss: Sei geduldig mit dir selbst
Gewichtszunahme trotz gesunder Ernährung ab 40? Dein Körper spricht eine neue Sprache – und du darfst sie lernen. Nicht mit Angst oder Druck, sondern mit Neugier und Mitgefühl. Denn wenn du verstehst, was in dir passiert, kannst du auch gezielt handeln. Und plötzlich wird aus Stillstand Bewegung, aus Frust Klarheit – und aus Unsicherheit neue Kraft.

