Wie wirkt Yoga?
Yoga ist, wenn die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen.
Yogas citta-vrtti-nirodah
Was passiert wenn man sich auf die Matte begibt? Man kommt nach einem langen Tag in die Yogaklasse, nimmt sich vor ruhig auf der Matte zu bleiben und schließt dann die Augen.
Jeder kennt es. Endlich da angekommen, erlebt man den ganzen Tag erneut, die Gespräche die man geführt hat, die Ereignisse die sich während des Tages abgespielt haben. Man denkt an das Abendessen danach oder an den morgigen Tag.
Das alles ist normal. Sobald der Geist es kann, wandert er umher und verbraucht Energie für die Gedanken an die Vergangenheit oder für die Träume über die Zukunft. Der Gegenwart weicht er stets aus.
Die Hauptaufgabe unseres Gehirn ist es zu denken.
Yoga lehrt uns die Gedanken, die Bewegungen des Geistes wahrzunehmen, ihnen bewusst zu werden.
Auf der Yogamatte angekommen, beobachte ohne zu bewerten deine Gedanken und Gefühle und stell dir vor du hast neben dir eine kleine Box, öffnest sie und steckst da alle Gedanken hinein, alles was dir jetzt durch den Kopf geht.
Und dann, nimm dir einfach vor, für die nächsten 60-90 Minuten diese Box zu schliessen und die Zeit auf der Yogamatte nur dir selbst zu widmen. Die Welt wird schon nicht verschwinden – sie wird noch immer da sein auch nachdem du die Klasse beendet hast!

Yoga wirkt durch zwei Prinzipien – Üben und Loslassen – die zwei Seiten derselben Wahrheit.
Aktiv und Passiv zugleich.
Am Anfang des Yogaweges geht es um das Üben.
Die körperliche Praxis auf der Yogamatte. Hier steht der Körper im Mittelpunkt.
Es werden sogenannte Asanas durchgeführt, Körperhaltungen, die ein „perfektes Gleichgewicht zwischen Bewegung und Widerstand anstreben“ (B.K.S. Iyengar) . Dabei geht es aber weniger um die sportliche Leistung sondern viel mehr um die Festigung des Körpers.
Jeder Asana muss man disziplinierte Aufmerksamkeit zuwenden, damit man sie, auch im kleinsten Körperteil bis in die Tiefe erfasst. Auf dieser ersten Stufe, übt man also auf der Ebene des physischen Körpers. Durch das regelmäßige Üben gewinnt man langsam Herrschaft über seinen Körper. Die Asanas werden immer besser, immer kontrollierter.
Es ist wichtig so lange zu üben, bis man sich in der Endhaltung vollkommen wohlfühlt.
Dann beherrscht man die Kunst, die Festigkeit und Ausdehnung des Körpers zu spüren und zur gleichen Zeit auch entspannt zu sein.

Patanjali, der Urvater des Yoga , bemerkte in diesem Zusammenhang im Yoga-Sutra II,47 : „Die Vollendung einer Asana ist erreicht, wenn sie mühelos ausgeführt wird und das unendliche Sein erreicht ist.“
In dem Moment, wo keine Anstrengung mehr vorhanden ist, erlebt man die positive Wirkung der Asana. Erst dann lernt der Geist sich in Übereinstimmung mit dem Körper zu bewegen.
„Die Vollendung einer Asana ist erreicht, wenn sie mühelos ausgeführt wird und das unendliche Sein erreicht ist.Patanjali ,Yoga-Sutra

Und das ist der Moment wo der Atem in die Bewegung integriert wird.
Sobald die Asana mühelos wird, beruhigt sich der Atem und wird in die Bewegung integriert. Wenn man lernt, kontrolliert und rhythmisch zu atmen, kommt langsam, in einer nächsten Stufe, auch der Geist zur Ruhe.
Der Körper, der Atem und schließlich der Geist werden zusammengeführt. Sie werden eins. Langsames und müheloses Ausatmen beim Üben der Asanas bringt dem Geist Klarheit, entspannt die Gesichtsmuskeln und nimmt die Anspannung von den Sinnesorganen. Bei diesem Vorgang wird das Gehirn, das in ständiger Verbindung mit den Sinnesorganen steht, leer, und alle Gedanken beruhigen sich.
Durch regelmässiges Üben nimmt die Erfahrung innerer Ruhe zu, Körper und Geist werden durchlässig.
Yoga hilft Stress zu vermindern und einen Zustand echter Klarheit des Geistes zu erlangen. Durch regelmässiges Üben nimmt die Erfahrung innerer Ruhe zu. Durch die Yogapraxis wird ein Zustand des Gleichgewichts und des inneren Friedens erreicht.
Schritt für Schritt entwickelt sich dann eine innere Balance, eine neue Energie, die immer stärker wird. Yoga – Übende lernen auf diese Weise ihr Leben aktiv und bewusst zu beeinflussen und zu gestalten, sie entdecken eine neue Welt in der das Hier und Jetzt zu leben beginnt.

